Dritter Vortrag

GA 155/1914-07-15/p026 ·1914-07-15 · original (original)
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So seien wir uns denn klar darüber, daß das Karma zwar nicht von uns genommen wird, wohl aber, daß getilgt werden unsere Schulden und Sünden für die Erdenentwickelung durch dasjenige, was eingetreten ist durch das Mysterium von Golgatha. Nun müssen wir uns ja natürlich klar sein, daß das alles selbstverständlich nicht dem Menschen zufließen kann ohne sein Zutun, daß es ihm nicht zufließen kann ohne seine Mitwirkung. Und das wird uns ja sogar in der Rede am Kreuz von Golgatha, die ich angeführt habe, recht klärlich vorgeführt. Es wird uns recht deutlich vorgeführt, wie der Verbrecher zur Rechten in seine Seele aufnimmt eine Ahnung von einem überirdischen Reich, in dem es anders zugeht als in dem bloß irdischen Reich. Der Mensch muß sich erfüllen in seiner Seele mit dem Substanzgehalt der Christus-Wesenheit; er muß gleichsam von dem Christus in seine Seele etwas aufgenommen haben, so daß der Christus in ihm wirksam ist und ihn hinaufträgt in ein Reich, in dem der Mensch zwar nicht die Macht hat, sein Karma unwirksam zu machen, aber in dem durch den Christus das geschieht, daß unsere Schuld und unsere Sünden getilgt werden für die Außenwelt.

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Cite: GA 155/1914-07-15/p026 · edition original