Dritter Vortrag

GA 155/1914-07-15_02/p008 ·1914-07-15 · original (original)
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Es ist begreiflich auf der einen Seite, daß nun das menschliche Gemüt kommt und sagt: Ja, was soll ich nun eigentlich mit diesem Luzifer und mit Ahriman anfangen; soll ich sie nun hassen oder lieben ? Ich weiß nicht recht, was ich mit ihnen anfangen soll! — Woher kommt das alles? Nun, wenn man von Luzifer und Ahriman spricht, dann muß doch deutlich werden aus der Art, wie man über sie spricht, daß man von ihnen spricht als von Wesen, die eigentlich in ihrer ganzen Eigentümlichkeit nicht dem physischen Plan angehören, die gewissermaßen ihre Mission und Aufgabe in der Welt haben außerhalb des physischen Planes, in den geistigen Welten. Insbesondere das letztemal bei den Münchener Vorträgen habe ich stark hervorgehoben, daß das Wesen dieser Sache darinnen liegt, daß Luzifer und Ahriman ihre ihnen von den fortschreitenden Göttern zuerteilte Rolle in den geistigen Welten haben, und daß eine Diskrepanz, eine Disharmonie nur auftritt, wenn sie ihre Rolle hineintragen in den physischen Plan und sich Rechte anmaßen, die ihnen eigentlich nicht zugeteilt sind. Aber wir müssen uns zu einem bequemen, meine lieben Freunde, zu dem die menschliche Seele sich nicht gerne bequemt, wenn man über diese Dinge redet, nämlich dazu, daß unser Urteil, unser menschliches Urteil, wie wir es fällen, eigentlich wirklich nur für den physischen Plan gilt, und daß dieses Urteil, wie es für den physischen Plan richtig ist, nicht einfach übertragen werden kann auf die höheren Welten. Deshalb müssen wir uns ja langsam und allmählich in die Anthroposophie hineinfinden, um unser Urteil zu erweitern, um unsere ganze Begriffsund Ideenwelt zu erweitern. Deshalb können die materialistisch denkenden Menschen der Gegenwart, trotzdem alles an der Anthroposophie zu begreifen ist, sie so schwer begreifen, weil sie ihr Urteil nicht erweitern wollen, sondern stehenbleiben wollen bei dem Urteil, das für den physischen Plan gilt.

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Cite: GA 155/1914-07-15_02/p008 · edition original