Vierter Vortrag
Indem wir auf dieses aufmerksam machen, weisen wir zu gleicher Zeit hin auf diejenigen Regionen, aus denen der Christus zu uns gekommen ist bei der Johannestaufe im Jordan. Woher kam der Christus? Aus denjenigen Regionen kam er, die dem Menschen verschlossen worden sind durch die Versuchung des Luzifer, aus der Region der Sphärenmusik, aus der Region des kosmischen Lebens. Diese Regionen hat der Mensch vergessen müssen am Erdenurbeginn durch die luziferische Versuchung. Der Christus aber zog bei der Johannestaufe im Jordan in einen Menschenleib ein, und dasjenige, was diesen Menschenlesb durchsetzte, das war das Geistige der Sphärenmusik, das war das Geistige des kosmischen Lebens, das war dasjenige, was zur Menschenseele noch gehörte während ihrer ersten Erdenzeit, woraus aber die Menschenseele verbannt werden mußte durch die luziferische Versuchung. So ist der Mensch auch in diesem Sinne geistverwandt. Er gehört eigentlich an mit seiner Seele der Region der Sphärenmusik und der Region des Wortes, des lebendigen kosmischen Äthers. Aber er wurde daraus vertrieben. Und wiedergegeben sollte es ihm werden, so daß er sich nach und nach mit dem, woraus er verbannt worden war, wiederum durchdringen könne. Deshalb berühren uns auch vom Standpunkt der Geisteswissenschaft so tief die Worte des Johannes-Evangeliums: Im Urbeginne, als der Mensch der Versuchung noch nicht unterlegen war, da war der Logos. Der Mensch gehörte dem Logos an. Der Logos war bei Gott, und der Mensch war mit dem Logos bei Gott. Und durch die Johannestaufe im Jordan trat der Logos in die menschliche Entwickelung ein, er wurde Mensch.
Cite:
GA 155/1914-07-16/p011 · edition original