Vierter Vortrag

GA 155/1914-07-16/p043 ·1914-07-16 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Man kann heute Werke von Theologen lesen — und diejenigen, welche diese Werke gelesen haben, werden bestätigen können, was ich jetzt sage —, die etwa sagen: Ja, gewisse Theologen des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts haben endlich ausgerottet den mittelalterlichen Volksglauben, daß der Christus in der Welt erschienen ist, um die Erde dem Teufel zu entreißen, um die Erde dem Luzifer zu entreißen. — Es gibt ja auch innerhalb der Theologie heute einen aufgeklärten Materialismus, der sich nur nicht frank und frei als solcher bekennen will und besonders aufgeklärt tut. Ja, so sagen sie, in diesem finsteren Mittelalter, da haben die Leute davon gesprochen, daß der Christus in der Welt erschienen ist, weil er die Erde dem Teufel hat entreißen sollen. — Die wahre Aufklärung führt uns zu diesem einfachen, schlichten Volksglauben zurück ! Denn von der Erde gehört Luzifer all dasjenige, was durch den Christus nicht befreit wird. Und alles Menschliche, was in uns mehr ist als das, was bloß beschlossen ist in unserem Ego, es wird geadelt, es wird fruchtbar gemacht für die ganze Menschheit, wenn es durchchristet ist. Und indem ich am Ende der Betrachtungen dieser Tage vor Ihnen stehe, meine lieben Freunde, möchte ich nicht unterlassen, zu jeder einzelnen Seele derer, die da vereinigt waren in diesen Tagen, auch diese Worte noch zu sprechen:

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/155/1914-07-16/p043.json
Cite: GA 155/1914-07-16/p043 · edition original