Erster Vortrag
Merken Sie wohl: das ist es, worauf es ankommt. Wenn wir meditieren, uns konzentrieren, haben wir immer zunächst das Ziel, das Bestreben, nicht in der Egoität zu leben - die darf dann nicht physische Erfahrungen vermitteln -, sondern wir haben das Bestreben, sie herunterzudrücken in den Astralleib. Wenn sie im Astralleib ist, spiegelt sie sich zunächst nicht im physischen Leib. Wenn Sie das Bukettchen sehen, sind Sie in Wahrheit in dem Bukettchen drinnen. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, und Sie sehen das Bukettchen, weil der physische Leib es Ihnen spiegelt. Wenn Sie das Ich mit der Egoität unterdrücken, dann werden Sie im Astralleib drinnen sein. Und der ist jetzt so fein, daß Sie die feinen fluktuierenden Dinge da draußen bewußt wahrnehmen können, aber dazu müssen sie nun auch erst gespiegelt werden, wenn Sie sie wirklich wahrnehmen sollen. Hier ist etwas, was Sie recht gut ins Auge fassen müssen. Es sind viele unter Ihnen, die sich treulich und wahrhaftig der Meditatiion hingeben. Dadurch erreichen Sie, daß die gewöhnliche Egoität unterdrückt wird, daß das Erleben im Astralleib eintritt. Aber es muß erst die Spiegelung dazukommen, damit Sie bewußt im Astralleib wahrnehmen. Unter Ihnen ist wahrhaftig eine ganze Schar, die durchaus durch die Meditation schon so weit ist, daß sie im Astralleib erlebt. Nun aber kommt es auf die Spiegelung an. Und geradeso wie man im gewöhnlichen Leben durch den physischen Leib das, was man erlebt, gespiegelt erhält, so muß man, wenn man in der geistigen Welt bewußt wahrnehmen will, durch den Ätherleib die Erlebnisse des astralischen Leibes zunächst gespiegelt erhalten.
Cite:
GA 156/1914-10-03/p023 · edition original