Vierter Vortrag

GA 156/1914-10-06/p011 ·1914-10-06 · original (original)
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Andere Erzengel muß man wiederum in einem anderen Zeitpunkt suchen (siehe Zeichnung: Kreise). Man muß aus der Zeit hinausgehen. Das ist zwar eine sehr schwierige Vorstellung, meine lieben Freunde, aber man muß zu dieser Vorstellung kommen. Man muß sich klar sein, daß Erzengel immer in gewissem Sinne ihren Namen mit Recht tragen. Man weiß eigentlich erst, warum sie diesen Namen tragen, wenn man in dem eben charakterisierten Sinn auf ihre Wesenheit kommt. Sie heißen «Engel des Anfangs», das heißt, sie sind immer an den Anfängen von Zeiträumen, sagen wir, wo Völker entstehen, wo Völker zum ersten Mal in die Weltgeschichte eintreten, da sind sie mit ihrem vollen Bewußtsein, mit ihrem eigenen Selbst vorhanden. Das bleibt in der übrigen Zeit vorhanden in den Wirkungen. Die Wirkungen fließen in die Zeit hinein. Und will “man sie finden, so darf man nicht bloß in der Gleichzeitigkeit bleiben, sondern man muß aus der Zeit herausgehen, die Zeitanfänge aufsuchen. Niemand also, der als Seele nur leben will, sagen wir, im Oktober 1914, ist imstande, etwa alle Erzengel zu finden - vielleicht nicht einmal einen -, wohl aber derjenige, der imstande ist, sich mit seiner Seelenwesenheit zurückzuversetzen in andere Zeiträume so, daß diese andern Zeiträume für ihn unmittelbar erlebbar werden, so daß er selber lebt in diesen anderen Zeiträumen. Dabei muß man dann aber, wenn man sich hineinversetzt in andere Zeiträume, notwendig haben, nicht zu vergessen, wie man da hineingekommen ist, so wenig man das gestern Getane heute vergessen darf in der physischen Welt. Das ist so etwas wie ein Gesetz der Vervielfältigung, des Ausgießens in die Zahl.

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