Zeiten der Erwartung

GA 156/1914-10-07/p005 ·1914-10-07 · original (original)
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So erscheint mir heute nach seinem Tode Christian Morgenstern als geistiger Führer von vielen Menschen, die in kurz verflossenen Zeiten der geistigen Entwickelung der Menschheit hinaufgegangen sind in die geistigen Welten, die dadurch eine ungeheure Förderung erfahren, daß sie in der physischen Welt in gewissem Sinne ausgestattet waren mit inneren Sehnsuchten nach den geistigen Welten und sie doch nicht finden konnten. Sie brachten diese Sehnsucht hinauf. Wir haben ja von diesen Sehnsuchten gesprochen am Tage der Grundsteinlegung in Anlehnung an eine bestimmte Persönlichkeit: an Herman Grimm. Ich habe gezeigt, wie nahe er der Erfassung der geistigen Welt gewesen war, und diese doch nicht hatte finden können. Für ihn und manche andere bedeutet es eine ungeheure Förderung, daß - in Menschenworten ausgedrückt - sie jetzt überzeugt sein können von dem, was sie suchten und nicht finden konnten: dadurch überzeugt sein können, daß sie es vor sich haben in der Seele Christian Morgensterns. Nicht als ob sie es sonst nicht finden könnten in der geistigen Welt; aber es ist etwas anderes, es so vor sich zu haben. Das ist der ungeheuere Segen davon, daß Christian Morgenstern sich mit dem Geist unserer Bewegung verbunden hat und so die Möglichkeit hatte, ihn hinaufzutragen, so daß diejenigen Wesenheiten Anthroposophie in der geistigen Welt sehen können, die Sehnsucht hatten, so etwas kennenzulernen.

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