Zeiten der Erwartung
Die andere Tatsache, deren ich immer gedenken muß in diesen Tagen, ist die folgende: Ich habe einmal in einem Berliner Vortrag darauf aufmerksam gemacht, daß ich ein Gespräch hatte mit Herman Grimm, der so nahe war all den Sehnsuchten, die zu einem Verständnis der übersinnlichen Welten nach unserer Art führen. In dem Gespräch versuchte ich diese Dinge zu berühren. Er hatte dafür nur eine abwehrende Bewegung; er wollte das nicht an sich herankommen lassen. Es hatte etwas tief Erschütterndes, dieses eigentümliche Verhalten gerade Herman Grimms zu der für unsere Zeit ureigenen Form des Geisteslebens zu sehen, Herman Grimms, den ich nennen möchte: den akkreditierten Statthalter Goethes für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Alle Bestrebungen unserer Bewegung gehen dahin, gerade solche Geister, die jetzt in der geistigen Welt sind, hinzuweisen auf das, was Christian Morgenstern ihnen sagen kann.
Cite:
GA 156/1914-10-07/p010 · edition original