Zeiten der Erwartung

GA 156/1914-10-07/p029 ·1914-10-07 · original (original)
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Aber nun, weil ich von dem einheitlichen Gestus sprach, möchte ich doch darauf hinweisen, wie Herman Grimm immer bestrebt war, alle Dinge in einem großen Zusammenhang zu sehen, wie er in dieser Beziehung wirklich einmal Lehrmeister zu werden vermag für alle diejenigen, die den Übergang suchen vom Geistesleben des 19. Jahrhunderts zum Geistesleben der Anthroposophie. Goethe ist etwas für die Menschheit Universelles; Herman Grimm macht aufmerksam in den «Beiträgen zur Culturgeschichte», wie Goethe gleich irdisch universell wurde, nachdem er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt eingetreten war. Eine schöne Stelle aus einer Vorlesung Carlyles aus dem Jahre 1838 zitiert Herman Grimm: «Wenn ein Mann wie Goethe in einer Epoche auftritt, welche Epoche es auch sei: seine Erscheinung ist das Größte, was in ihrem Verlauf sich ereignen kann. Er ist die Mitte. Von ihm geht aller geistige Einfluß aus. Bei ihm muß es heißen wie bei Shakespeare: Keiner war da wie er, bevor er kam. Er war nicht wie Shakespeare, aber dieselbe Klarheit, derselbe Geist der Duldung, dieselbe Tiefe menschlichen Wesens walteten in Beiden.»

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