Zeiten der Erwartung

GA 156/1914-10-07/p034 ·1914-10-07 · original (original)
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Und nun folgen die schönen Worte: «Und so faßte der Kaiser Goethe auf. Goethe war seiner Epoche nicht nur der große Dichter, der große Denker, sondern es verband sich der Glanz historischer fürstlicher Höhe mit seiner Person. Ich erinnere an den Schluß des obigen Schreibens, wo der Kaiser des persönlichen Genusses gedenkt, den er aus dem Buche gezogen. Worin bestand dieser? Kaum in etwas, das dessen literarischem Werte zugute käme. Ich wüßte nicht, daß der Kaiser im Gespräche Goethe jemals erwähnt hätte, er hatte sich aber, wie mir erzählt wurde, aus dem Buche vorlesen lassen. Ich erblicke darin die Betätigung eines Gefühles bei ihm, das nicht bloß mit Interesse an Goethe bezeichnet werden dürfte. Goethe war eine hingegangene Macht, die Anspruch auf die Teilnahme des deutschen Kaisers besaß. So etwas wie die Inhaber des höchsten italienischen Ordens «Cousins du Roi» sind.»

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