Zeiten der Erwartung
«Das zwanzigste Jahrhundert wird vielleicht die Entdeckung machen, daß von Goethe das voraus gewußt worden sei, was es einst für sich erreicht haben wird, und sogar das, was es noch erstrebt. Man wird die Stellen seiner Werke bezeichnen, wo das ausgesprochen sei. Immer breiter werden die Zeiträume sich ausdehnen, welche die einander folgenden Generationen von Goethe trennen. Was aber tut ein Jahrhundert mehr oder weniger für das Verhältnis der sich weiter entwickelnden Menschheit zu Homer oder Shakespeare? Ihre Kraft, in die Seelen einzudringen, nimmt immer mehr zu. Mit ihnen wird Goethe einmal als Gestirn für sich die Menschheit begleiten.»
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GA 156/1914-10-07/p039 · edition original