Zeiten der Erwartung

GA 156/1914-10-07/p041 ·1914-10-07 · original (original)
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«Die Menschen als Totalität anerkennen sich als einem wie in den Wolken thronenden unsichtbaren Gerichtshofe unterworfen, vor dem nicht bestehen zu dürfen, sie als ein Unglück erachten, und dessen gerichtlichem Verfahren sie ihre Zwistigkeiten anzupassen suchen. Mit ängstlichem Bestreben suchen sie hier ihr Recht. Wie sind die heutigen Franzosen bemüht, den Krieg gegen Deutschland, den sie vorhaben, als eine sittliche Forderung hinzustellen, deren Anerkennung sie von den anderen Völkern, ja von den Deutschen selber fordern. Ich habe das Gefühl, als sei Homers Ziel gewesen, den Kampf der Völker vor Troja so zu fassen, als habe diese in äußerster Vergangenheit liegende Bewegung einst eine Fülle von Nationen umgriffen, deren sittliches Bewußtsein ein gemeinsames war und innerhalb deren um die führende Stellung gekämpft ward. Sie gleichen unserer Epoche darin. Nicht äußere zufällige Gewalt oder zufällige Protektion göttlicher Mächte, sondern die Berechtigung, die der Charakter gewährt, geben in der Ilias die Entscheidung.»

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Cite: GA 156/1914-10-07/p041 · edition original