Zweiter Vortrag
Heute will ich auf ein anderes Beispiel hinweisen. Dasjenige, was wir unterscheiden als physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, das sind Glieder der menschlichen Seele, wir könnten auch sagen des menschlichen seelischen Lebens, welche, natürlich auf einem viel höheren Gebiete, sich etwa so zueinander verhalten wie, ich möchte sagen, auf einem niedrigeren Gebiete die einzelnen Farbennuancen unserer Farbenskala. Und ebensowenig wie es eine wirkliche Erkenntnis des inneren Wesens des Lichtes und seiner inneren Beziehungen zur übrigen Welt geben kann, ohne diese Gliederung in Farbennuancen sich vorzustellen, ebensowenig kann es eine wirkliche Seelenerkenntnis geben, ohne Vorstellungen darüber zu haben, wie sich verhalten zueinander solche Seelenglieder wie Ich, Astralleib, Ätherleib und physischer Leib. Aber wie die einzelnen Farben nicht so einfach nebeneinander stehen, sondern ineinander übergehen, so daß man nicht immer genau in der Farbenskala angeben kann, wo die eine Nuance aufhört und wo die andere Nuance anfängt, so ist es auch mit diesen Seelengliedern: sie gehen ineinander über, und nur unser Verstand trennt sie eigentlich so, wie wir das gewöhnlich tun.
Cite:
GA 156/1914-12-13/p004 · edition original