Zweiter Vortrag
Gewiß ist es unendlich wichtig, daß man die zentralen Erkenntnisse der Geisteswissenschaft der Menschheit mitteilt, denn würde man diese zentralen Erkenntnisse nicht mitteilen, so würde ja die Grundlage für einen weiteren Ausbau fehlen. Aber statt daß diese zentralen Erkenntnisse so aufgenommen werden, wie viele sich versucht fühlen zu tun, in allerlei neuen, literarisch schlechten Wiederholungen desjenigen, was schon vorliegt, doch immer wieder dasselbe zu sagen, sollte einmal das Augenmerk darauf gewendet werden, die einzelnen Kapitel dieser zentralen Erkenntnisse auszubauen und die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse in Wissenschaft und Leben wirklich einzuführen. Ich erwähne das aus dem Grunde, weil es wirklich innerhalb unserer Bewegung recht viele Leute gibt, und darunter einzelne besonders hervorragen, welche es bequemer finden, immer wieder und wiederum das, was schon vorliegt in der Literatur, wiederzugeben und zu wiederholen, anstatt sich darauf einzulassen, in die Gebiete, die ihnen besonders naheliegen, das geisteswissenschaftliche Erkennen einzuführen.
Cite:
GA 156/1914-12-13/p018 · edition original