{"corpus":"steiner","locus":"GA 156/1914-12-13/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ein anderes Beispiel möchte ich Ihnen noch anführen. Wir reden in der Geisteswissenschaft heute ganz bewußt davon, wie durch die Initiation erreicht werden kann ein Sich-Erleben im Ich und Astralleib, getrennt vom physischen Leib und Ätherleib, ein bewußtes Sich-Erleben, wie sonst das unbewußte Sich-Erleben im Schlafe geschieht. Damit aber ist zu gleicher Zeit die Geisteswissenschaft in der Lage, über das Erlebnis des Todes die nötigen Aufschlüsse zu geben. Denn was der Geisteswissenschafter erlebt außerhalb des Leibes im Hinblicke auf den physischen Leib und Ätherleib, das ist ja dasselbe, was die Seele nach dem Tode erlebt, indem sie zurückblickt auf ihren physischen Leib und auf die Schicksale des Ätherleibes; so daß der Geisteswissenschafter in besonderer Weise spricht von einem Anschauen des in den Weltprozeß aufgehenden physischen Leibes, des in den Weltprozeß aufgehenden Ätherleibes von jenem Standpunkte her, den die Seele gewinnt, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen ist. Nicht wahr, es bedeutet Unendliches für die Fortentwickelung des ganzen menschlichen Bewußtseins, des ganzen menschlichen Geisteskulturlebens, daß solche Vorstellungen in dieses Geisteskulturleben übergehen können, wie die, daß die Menschen immer mehr und mehr dazu kommen werden, zu wissen, daß, wenn die Seele durch die Pforte des Todes gegangen sein wird, sie im Rückblick das ganze vergangene Leben und das, was mit dem Leibe vorgeht, anschaut, gerade so, wie Sie jetzt in Ihrer Erinnerung zurückblicken auf Ihre Erlebnisse in dem gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod. Wenn es einmal - um den trivialen Ausdruck zu gebrauchen - in Fleisch und Blut übergegangen sein wird, daß man nach dem Tode zurückschaut auf die Erlebnisse im Leibe, so wie man jetzt zurückschaut auf Erlebnisse früherer Zeiten im Leben zwischen Geburt und Tod, wenn es selbstverständlich geworden sein wird, daß man so zurückschaut, dann wird etwas Ungeheures erreicht sein. Und aus verschiedenem, das ich mit Ihnen besprochen habe, werden Sie einsehen, wie nötig es ist, daß möglichst schnell ein solches Bewußtsein für die allgemeine Menschheit erreicht wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-12-13","location":null,"word_count":322,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-13/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-13/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/156/1914-12-13/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}