Dritter Vortrag

GA 156/1914-12-19/p006 ·1914-12-19 · original (original)
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Der Mensch - fassen wir die Sache einmal von diesem Gesichtspunkte an - wacht des Morgens auf aus einer Welt heraus, die ihm unbekannt und rätselhaft bleiben muß, wenn er nicht in die Geisteswissenschaft eindringt, und er macht sich über die Welt, in die er eintritt mit dem Aufwachen, seine Gedanken. In diesen Gedanken will er sich dann dasjenige verschaffen, was man eine Weltanschauung nennen kann. Da empfindet der Mensch, der wirklich mit seiner ganzen Seele empfindend an diese Dinge herantritt, etwas von Schwäche des Gedankenlebens, des Vorstellungslebens. Er empfindet, man könnte sagen, dieses: daß er ja in seinem Inneren dazu verurteilt ist, in Vorstellungen über das Wesen der Vorgänge der Außenwelt zu leben, sich solche Vorstellungen zu machen; und er findet wiederum, daß diese Vorstellungen gewissermaßen doch nur Vorstellungen sind, daß sie nicht stark genug sind, das wirkliche Sein in sich hinein aufzunehmen.

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