Dritter Vortrag

GA 156/1914-12-19/p014 ·1914-12-19 · original (original)
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Wir gehen durch die Welt als Wesen des physischen Planes und haben niemals von uns etwas anderes als ein Spiegelbild. Wir leben in der Welt; aber insofern wir uns bewußt sind, haben wir nicht die lebendige Tatsächlichkeit, sondern die Abspiegelung dieser lebendigen Tatsächlichkeit vor uns. Wir leben als Spiegelbild unter Spiegelbildern; und das, was wir so erkennen lernen durch die Geisteswissenschaft - daß wir als Spiegelbild unter Spiegelbildern leben, als Maja unter den Bestandteilen der großen Maja -, das empfindet der Mensch, wenn er die Ohnmacht alles seelischen Erlebens gegenüber der vollsaftigen Wirklichkeit empfindet. Der Mensch sagt sich im gewöhnlichen Leben nicht: Ich bin ein Spiegelbild unter Spiegelbildern -, aber er empfindet es, und er empfindet es eben dann so recht, wenn er fühlt: Wie kann ich mit diesem Spiegelbild das reale vollsaftige Sein erreichen?

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