Dritter Vortrag
Machen wir uns einmal klar, was da vorliegt. Denken Sie sich, Sie haben vor sich eine spiegelnde Wand; sie spiegelt das wider, was im Raume ausgebreitet ist, zum Beispiel einen Tisch. Sie sehen aber nicht den Tisch, sondern Sie sehen das Spiegelbild. Denken Sie sich, sie wollten in das Spiegelbild hineingehen, den Tisch herausnehmen und etwas daraufstellen. Das würden Sie nicht können, denn auf den gespiegelten Tisch können Sie keine Teller und keine Suppenschüssel stellen. So unmöglich es ist, auf den gespiegelten Tisch Teller und Suppenschüsseln zu stellen, so unmöglich ist es, aus dem, was der Mensch auf dem physischen Plan erlebt und um sich hat zwischen Geburt und Tod im Wachzustande, das Wesen der Unsterblichkeit der Seele abzuleiten. Denn unsterblich ist die wirkliche Seele, nicht ihr Spiegelbild, das wir auf dem physischen Plan erleben. Bedenken Sie das nur ganz klar.
Cite:
GA 156/1914-12-19/p015 · edition original