{"corpus":"steiner","locus":"GA 156/1914-12-19/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Um das sich klarzumächen, wollen wir einmal den Moment des Aufwachens und das Aufgewachtsein ins Auge fassen. Wenn man aufwacht, taucht man also unter mit seinem geistig-seelischen Wesen in seine physische Leiblichkeit. Daß man da im Gedankenweben weiterlebt, das ist nicht weiter wunderbar, denn man hat die ganze Nacht während des Schlafes im Gedankenweben darinnen gelebt. Dasjenige, was vorgeht, ist also das Folgende. Denken Sie sich also ich will es schematisch zeichnen -, Sie tauchen von außerhalb unter in den physischen Leib - ich will es nur in bezug auf das Haupt zeichnen. Während Sie noch nicht darinnen sind, sondern noch da draußen, da sind Sie in einer wunderbaren Welt webender Gedanken, in der die Geister der nächsthöheren Hierarchien ihre Tätigkeit entwickeln. Bevor Sie aufgewacht sind, sind Sie mit Ihrem seelischgeistigen Erleben in der Welt der Angeloi, der Archangeloi, der Archai und so weiter darinnen. Geradeso wie Sie in der physischen Welt unter Tieren, Pflanzen und Mineralien sind, sind Sie während des Schlafes in der Welt der höheren Hierarchien darinnen. Und dieses Drinnensein, dieses Arbeiten der höheren Hierarchien an Ihrem seelischen Wesen, das geschieht eben mit den Gedankenkräften, die da walten. Und jetzt tauchen Sie unter in Ihren physischen Leib. Indem Sie untertauchen in den physischen Leib, konzentrieren Sie Ihre Gedanken dadurch, daß sie gebannt sind an den kleinen Raumesteil, den Ihr Haupt umschließt. Da müssen Sie das, was draußen ausgebreitet ist, ganz konzentriert zusammenziehen. Was da vorgeht, ist, daß das Gedankenleben hineinzieht, untertaucht in das Nervensystem. Da schiebt sich tatsächlich das Gedankenleben durch die Sinne hinein in das Nervensystem. Und was geschieht denn da? Da geschieht es in der Tat, daß durch das Gedankenerleben fortwährend die physische Substanz ergriffen wird, zuerst die Substanz des Ätherleibes, dann auch die physische Substanz. Und in der Tat, wenn Sie einen Gedanken hineinstopfen in das Leibliche, wirkt dies in gewissem Sinne ertötend; indem Sie einen Gedanken fassen in Ihrem physischen Leib, ertöten Sie eigentlich etwas in Ihrem Nervensystem. «Ertöten» ist sogar das richtige Wort dafür.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-12-19","location":null,"word_count":332,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-19/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-19/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/156/1914-12-19/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}