Dritter Vortrag
Müssen denn diese Gedankenleichen da sein? Ja, die müssen da sein, denn diese Gedankenleichen sind eigentlich die Abdrücke des Denkens; und wenn wir nicht diese Gedankenleichen bilden könnten, so würden wir bei Tage geradesowenig bewußt einen Gedanken fassen können wie in der Nacht. In der Nacht stehen wir im Gedankenweben in der geistigen Welt darinnen. Da steht uns kein physischer Leib zur Verfügung, in den wir Gedankenleichen eindrücken könnten. In der Nacht geht der Gedanke gleich fort und löst sich auf in dem Allgedankenleben. Das ist der Unterschied, daß wir bei Tage die Gedanken dadurch festhalten können, daß sie zu Leichen werden, die wir dem physischen Leibe eingraben. Da verhärtet sich das Gedankenleben, und dieses Verhärten bewirkt, daß wir das Gedankenleben bewußt haben können.
Cite:
GA 156/1914-12-19/p023 · edition original