Dritter Vortrag
Das ist der genauere Prozeß. Da haben Sie wieder etwas von der Art, an der man zeigen kann, wie der Materialismus eigentlich daneben haut. Der Materialist glaubt, daß er in dem, was dadrinnen vor sich geht, im Leichenprozeß, die Ursache des Denkens suchen müsse. Aber was da sich vollzieht, das sind in Wirklichkeit Absonderungsprozesse des Denkens, Leichenprozesse; und das Nervensystem ist dazu da, damit durch die Tätigkeit des Denkens der Absonderungsprozeß erzeugt werden kann. Was das Denken übrig läßt, was es nicht brauchen kann, was es ausstößt, das untersucht die physische Physiologie. Dadurch aber bildet sich während des wachen Tageslebens etwas, was man nennen kann das Ersterben des Denkens im physischen Leibe darinnen. Die Gedankenkräfte, die man entwickelt, werden verwendet, um gleichsam Abklatsche, Abdrücke von sich zu erzeugen. Da gehen die Kräfte hinein in diese Abklatsche. Während der Nacht gehen sie nicht in solche Abklatsche hinein, da leben wir gleichsam im allgemeinen Meere des geistigen Seins. Aber weil wir da keine Abklatsche bilden können im normalen Leben ohne Initiation, lösen sich auch die Gedanken gleich in diesem allgemeinen Meere auf. Wenn wir sie fassen wollen am Morgen, dann sind sie eben aufgelöst; da kann sie nicht einmal die Erinnerung festhalten.
Cite:
GA 156/1914-12-19/p024 · edition original