{"corpus":"steiner","locus":"GA 156/1914-12-19/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Unsere Gedanken, wenn wir mit unserem geistig-seelischen Wesen im physischen Leibe leben nach dem Aufwachen, werden gespiegelt in einem Teile unseres Leibes: es werden gleichsam Ablagerungsprodukte des wachen Gedankenlebens im Nervensystem gebildet. Das Wesen der moralischen Impulse - die im Grunde genommen also aus dem Wesen der höheren Hierarchien kommen - geht in unseren ganzen Leib hinein, durchdringt unser ganzes Wesen, unseren ganzen Organismus, nicht bloß das Nervensystem; so daß der Mensch gewissermaßen als ein Zweifaches vorgestellt werden kann: als Nervenmensch, und daneben der ganze übrige physische Mensch, in den hineinströmt alles dasjenige, was in seinen moralischen Impulsen sich darlebt. Aber wir kommen aus der Welt der geistigen Wirklichkeiten, indem wir untertauchen in unseren physischen Leib. Indem wir in unseren physischen Leib untertauchen, herauskommend aus den Gedankenwelten, flimmern und glitzern sie zurückspiegelnd, im Nervensystem die Gedankenleichen bildend. Wir nehmen dieses Flimmern und Glitzern nur nicht wahr in unserem gewöhnlichen Leben. In uns leben die Gedanken, die aber in uns nicht lebendige Wesen sind; sie spiegeln sich, und was wir wahrnehmen, ist eine Art Lesen der Gedankenleichen. Aber diese Gedanken, die sich spiegeln, die sind ein Lebendiges, und das hat eine große Bedeutung in der Weltenordnung. Indem ein Mensch vor einem steht und man hinblickt auf diesen Menschen und sich bewußt ist: der nimmt wahr, der denkt, da geht dasjenige, was als Gedankenweben in seinem Innern ist, hinein in sein Nervensystem, spiegelt sich in allem Wahrnehmbaren, in Tönen und Farben - was geschieht mit dem Geisteslicht, das da in ihn hineingeht, das Eindrücke macht auf sein Nervensystem? Was geschieht mit den Eindrücken, die da entstehen? Sehen Sie, da kommen die Cherubim, sammeln dieses Licht und verwenden es zur weiteren Weltenordnung, und wir alle sind die Leuchter, die aufgestellt sind in der Weltenordnung. Indem wir denken, wahrnehmen und vorstellen, sind wir die Leuchter der Cherubim in der Weltenordnung. So wie dieses Licht hier in der physischen Welt den Raum erleuchtet, so sind wir die Leuchter in der geistigen Welt für die Cherubim. Indem wir denken, entsteht in uns Licht, das Gedankenlicht strahlt aus uns heraus, und das erleuchtet die Welt, in der die Cherubim leben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-12-19","location":null,"word_count":353,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-19/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/156/1914-12-19/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/156/1914-12-19/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}