Fünfter Vortrag

GA 157/1915-01-19/p009 ·1915-01-19 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Meine lieben Freunde, es war wohlerwogen und außerdem den Aufgaben unserer Zeit im spirituellen Sinne entsprechend, daß wir vorgestern den Blick auf Erscheinungen innerhalb der Menschheitsentwickelung wendeten, die uns zeigen, wie die spirituellen, die geistigen Impulse — namentlich diejenigen, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, an den Christus-Impuls -, wie diese Impulse als lebendige in der Menschheitsentwickelung leben, wie sie in der Menschheitsentwickelung gelebt haben, auch ohne daß die Menschen mit ihrem Verstande, mit ihrer Vernunft dieses Wesen des Christus-Impulses einsehen konnten. Und es war der Sache entsprechend, hinzudeuten neben anderen Erscheinungen namentlich auf diejenige der Jungfrau von Orleans, durch welche dieser Christus-Impuls durch seinen dienenden michaelischen Geist in der Zeit des fünfzehnten Jahrhunderts eine große Aufgabe gelöst hat zum Heile und zum Fortschritt der Menschheit. Es war aus dem Grunde ganz besonders notwendig, auf diese Tatsache hinzuweisen, weil es ja selbstverständlich auch für unsere Zeit gilt, daß alles, was die großen Zusammenhänge regeln soll, aus den spirituellen Welten heraus geordnet und geregelt wird, und daß wir uns bewußt sein müssen, daß uns die Kräfte, die Impulse zu dem, was geschehen soll, aus den spirituellen Welten kommen. Also in dieser Beziehung gilt heute dasselbe, was - wenn wir so sagen dürfen - zur Zeit der Jungfrau von Orleans gegolten hat. Aber die Zeiten sind verschieden. Und das, was zur Zeit der Jungfrau von Orleans in einer gewissen Weise hat geschehen können, das muß für unsere Zeit und für die folgenden Zeiten in einer andern Art sich vollziehen, muß anders verlaufen. Denn unsere Zeit ist seither eine ganz andere geworden. In ganz anderer Weise wird die Menschheit seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, vor welchen ja das Ereignis der Jungfrau von Orleans hegt, geführt. Und auf diesen Unterschied und dadurch besonders auf den Grundcharakter unserer Zeit wollen wir heute einmal etwas hinweisen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/157/1915-01-19/p009.json
Cite: GA 157/1915-01-19/p009 · edition original