Fünfter Vortrag
Daran sehen wir, wie die tieferen Kräfte, die aus den geistigen Welten hereindringen in unsere physische Welt, wirken, wie sie sich die Wege suchen, die geheimnisvollsten Wege. Für den, der in solche Zusammenhänge hineinsieht, kann es nichts Wunderbareres und aus der Geisteswissenschaft heraus Erklärlicheres geben, als daß die Jungfrau von Orleans den ersten physischen Atemzug tut um die Weihnachtszeit, am 6. Januar, nach der Weihnachtszeit, die sie noch durchgemacht hat, bevor sie den physischen Plan betreten hat. So sehen wir, daß die, welche mit neunzehn Jahren durch den Tod gegangen ist, angefaßt wurde da, wo des Menschen zarteste Kräfte, des Menschen intimste Kräfte liegen, und daß wir damit in die Zeit blicken, in welcher es notwendig war, daß die göttlich-geistigen Kräfte sich einen Weg suchten durch die intimsten Intimitäten der menschlichen Seele. Das war aber eben die letzte Zeit, in der so etwas sein sollte. Es war die Zeit, in der durch den Christus-Impuls Europa geordnet worden ist, wie ich es das letztemal angedeutet habe, und in der es in jener wunderbaren Weise geschah, wie es eben durch die Jungfrau von Orleans geschehen ist. Aber es ist die Zeit eben seither anders geworden. Die Zeit ist heute nicht dazu da, daß in so intimer Weise die göttlich geistigen Kräfte an die menschliche Seele herantreten.
Cite:
GA 157/1915-01-19/p017 · edition original