Fünfter Vortrag

GA 157/1915-01-19/p019 ·1915-01-19 · original (original)
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Denn Furcht war überall da! Furcht ist überhaupt etwas, was auf dem Grunde der Seelen unseres Zeitalters in der furchtbarsten Weise grassiert. Da kam aber eine Zeit, die zeitlich äußerlich andeutete etwas, wovon man oftmals spricht, wenn man von den Ausgangspunkten dieses Krieges spricht. Aber dieses Äußere ist nicht das Wichtigste, es ist nur ein Symbolum. Es kam - ich habe das hier schon einmal auseinandergesetzt — die Ermordung jenes österreichischen Erzherzoges, und da stellte sich jenes schon einmal erwähnte, furchtbar erschütternde Ereignis heraus. Ich habe es niemals früher erfahren, nicht auf direktem Wege, nicht durch andere Okkultisten. Wir wissen ja, was die Seele durchmacht, wenn sie durch den Tod gegangen ist. An dieser Seele, die damals durch den Tod gegangen ist, zeigte sich ganz besonders, daß sich um sie, wie um einen Mittelpunkt, alle Furchtelemente anfingen zu gruppieren, und nun hatte man in ihr etwas wie eine kosmische Macht vor sich. Nun wissen wir, daß etwas, was auf dem physischen Plan einen ganz bestimmten Charakter hat, den umgekehrten Charakter in der geistigen Welt hat. So war es auch in diesem Falle: was erst den Krieg zerstreuend gewirkt hatte, das wirkte jetzt als das Gegenteil, wirkte sozusagen anspornend, anfeuernd. So sehen wir, daß gewissermaßen eine Metamorphose der Furchtelemente, der ahrimanischen Elemente mit hineingemischt ist in alles, was nun doch schließlich die schmerzlich traurigen Ereignisse unserer Zeit herbeigeführt hat. Ahrimanisches wirkt eben durchaus überall in unserer Zeit. Nicht auflehnen können wir uns dagegen, nicht kritisieren können wir es, nicht davor schützen sollen wir uns wollen, sondern es als eine Norwendigkeit unserer Zeit ansehen, als etwas, was da sein muß in unserer Zeit. Es fragt sich nur: Wie finden wir demgegenüber die rechte Stellung? Wie finden wir dasjenige, was uns anweist, wie wir uns zu verhalten haben gerade in unserem Zeitalter, wenn wir den göttlich-geistigen Kräften und Mächten den Eingang in unsere Handlungen möglich machen wollen?

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