Fünfter Vortrag

GA 157/1915-01-19/p031 ·1915-01-19 · original (original)
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So versuchte ich heute klarzumachen, daß unser Zeitalter eine andere Aufgabe hat, wenn es die göttlich-geistigen Kräfte sucht, welche zum Heile der Erdenmenschheit wirken sollen, als für diejenigen Menschenseelen bestand, die im Zeitalter der Jungfrau von Orleans lebten. Damals handelte es sich viel eher darum, alles Verstandesmäßige, alles Vernunftmäßige zurückzudrängen. Heute dagegen handelt es sich darum, alles Verstandes- und Vernunftmäßige bis zum Hellseherischen emporzukultivieren, denn es läßt sich bis zum Hellseherischen kultivieren. Wenn es solche Menschen geben wird, die also die Menschenseele pflegen werden, dann wird sich aus der Dämmerzeit, die wir jetzt durchmachen, das entwickeln, was sich entwickeln soll. Was sich äußerlich auf dem physischen Plan entwickelt, das kann doch nur das Kleid sein für das, was geistig für die Erdenmenschheit aus der jetzigen Zeit hervorgehen soll. Und wahr ist es, daß diejenigen, die in jungen Jahren ihre Kräfte jetzt hingeben, daß diese herunterschicken wollen diese Kräfte in unser Erdendasein. Denn diese Kräfte sind unverloren, sind unzerstörbar; nur sollen sie fortwirken in geistiger Weise, wie sie fortgewirkt hätten in physischer Weise, wenn die Betreffenden nicht durch die Pforte des Todes auf dem Kampfplatze gegangen wären. Aber heruntersenden werden sie ihre Kräfte auf die Erde in unsere Zeit weiter, damit wir etwas anzufangen wissen mit diesen Kräften. Herunterfließen werden müssen diese Kräfte in eine Menschheit, die in der Friedenszeit, die auf den Krieg folgen wird, diese Kräfte so anwenden wird, daß sich auf der Erde immer mehr und mehr das spirituelle Leben ausbreiten wird. Wie sich aus jeder Nacht das Licht des Tages entwickelt, so muß sich aus unserer uns oft wie eine Nacht erscheinenden Gegenwart eine lichtvolle Zukunft entwickeln; aber diese lichtvolle Zukunft wird durchdrungen sein müssen von dem, was das seit dem Jahre 1879 angebrochene michaelische Zeitalter der Menschheit zu bringen hat. Wenn es Seelen geben wird, die einen so innigen Bund mit der geistigen Welt zu schließen vermögen, wie es heute angedeutet ist, dann dürfen wir hoffen, daß mit Rücksicht auf die heutigen Zeitereignisse dasjenige sich erfüllt, was in dem siebenzeiligen Spruche zum Ausdruck gebracht ist; hoffen dürfen wir, daß das alles sich erfüllen wird, wenn seine ersten fünf Zeilen mit den beiden letzten in der Realität wirklich zusammenhängen:

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Cite: GA 157/1915-01-19/p031 · edition original