Siebenter Vortrag
Nun stellte sich gerade in den drei Fällen, von denen ich zuerst sprechen möchte, meine lieben Freunde, das intensivste Bedürfnis ein, Eindrücke zu empfangen unmittelbar nach dem Tode, welche mit dem ganzen Wesen dieser Seelen zusammenhingen. Ich möchte sagen, das ergab sich eben in diesen Fällen wie von selbst. Nicht wahr, man kann ja, wenn man bei einer Grabesfeier zu sprechen hat, selbstverständlich in Anknüpfung an das Mannigfaltigste sprechen, aber in diesen drei Fällen ergab sich wie eine innere Notwendigkeit, wirklich intensiv anzuknüpfen an das Wesen der betreffenden Seelen, gleichsam bei der Einäscherungsfeier dieses Wesen der betreffenden Seelen in Worte zu kleiden. Das war aber nicht so, als ob ich mir vorgenommen hätte, gerade bei diesen Todesfeiern das Wesen dieser betreffenden Seelen zu charakterisieren, sondern es ergab sich wie eine erleuchtende Notwendigkeit, daß es so sein müsse, Ich will damit gar nicht sagen, daß es in anderen Fällen ebenso sein müsse. Diese erleuchtende Notwendigkeit, die ergab sich deshalb bei einer der Seelen, weil mir — das sage ich also nicht als Gesetz, sondern als Erfahrung, als Erlebnis —, weil mir eben nach dem Tode von der geistigen Welt her die Impulse kamen, dieses Wesen der Seele zu charakterisieren. Ich brauchte keine Worte zu machen; die Worte ergaben sich, die Worte kamen. Und wir werden nachher sehen, meine lieben Freunde, warum das gerade so war, aus einigen Andeutungen, die schon gemacht werden können über das weitere Leben der betreffenden Seele nach dem Tode.
Cite:
GA 157/1915-02-22/p011 · edition original