Siebenter Vortrag

GA 157/1915-02-22/p040 ·1915-02-22 · original (original)
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Als junger Mensch ging ich einmal auf der Straße, und es begegnete mir ein Mensch, dem gegenüber ich die Empfindung hatte: Was für ein unangenehmes, widerwärtiges Gesicht hat doch der Mensch, der mir da begegnet. Und da erschrak ich nicht wenig, als ich entdeckte, daß es mein eigenes Gesicht war, das mir da begegnete, das mir da aus einem Spiegel entgegensah. - Er ging also die Straße entlang, und durch gegeneinandergeneigte Spiegel wurde ihm sein eigenes Spiegelbild entgegengeworfen. Und er sagte, als er sich sah: Was für ein Mensch mit einem unangenehmen, widerwärtigen Gesicht begegnet mir da. — Und gleich daran fügt er eine andere solche Bemerkung über mangelnde Selbsterkenntnis. Er sagt: Ich kam eines Tages ermüdet von einer Reise zurück und bestieg einen Omnibus. Ich sah gegenüber einen anderen Mann einsteigen und dachte: Welch ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein! Und siehe da, ich war es selbst. Der Spiegel im Omnibus hatte mir mein eigenes Bild gezeigt. — Und Professor Mach fügt noch hinzu: Also kannte ich meinen Standeshabitus besser als meinen eigenen.

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Cite: GA 157/1915-02-22/p040 · edition original