Siebenter Vortrag

GA 157/1915-02-22/p042 ·1915-02-22 · original (original)
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Es ist Ja interessant, daß gerade dieses Beispiel in Anknüpfung an diese Fälle gegeben werden kann, denn, nicht wahr, hier im physischen Leibe zeigt Ihnen ja das Beispiel selbst, daß einem die Selbsterkenntnis nicht gerade in dem, was man für die Erde zu erreichen hat, allzu hinderlich zu sein braucht. Man kann ein berühmter Professor sein und so wenig Selbsterkenntnis haben, wie der Mann das zum Ausdruck brachte. Aber ich erwähnte dieses Beispiel aus dem Grunde, weil es merkwürdig ist, daß dieses Beispiel aus dem physischen Leben mir vor Augen trat, als die Seele hingelenkt wurde, von neuem ins Auge zu fassen, wie der Tote die Notwendigkeit fühlt, sein eigenes Wesen zu erfassen, anzuschauen. Hier in der physischen Welt, da kann man nämlich wirklich, ich möchte sagen, auskommen ohne Selbsterkenntnis für all dasjenige, was im rein Materiellen unseres Lebens aufgeht. Erkenntnis der geistigen Welten kann man ja nicht gewinnen — wir werden davon heute über acht Tage noch sprechen — ohne Selbsterkenntnis. Aber für die rein äußerlichen materiellen Verhältnisse kann man auskommen ohne Selbsterkenntnis. Sobald aber die Seele durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist Selbsterkenntnis das allererste, was sie braucht, und das zeigen uns besonders die Erlebnisse, die ich angeführt habe. Selbsterkenntnis ist dasjenige, wovon ausgegangen werden muß.

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Cite: GA 157/1915-02-22/p042 · edition original