Achter Vortrag
Nicht wahr, im physischen Raum würde es so sein, wenn man hingezogen wäre zu einem Punkt und zurückblickte und dann von ihm sich entfernte, und wenn man dann von neuem an ihn herankommen wollte, dann müßte man erst den Weg wieder hin machen; man müßte den Weg hin und zurück machen. Das ist dann in dem anderen Zustand nicht der Fall. Da ist der Raum nicht so; da durchspringt man den Raum gleichsam. In einem Augenblick ist man an einem Punkt; im anderen ist man wieder weg. Man geht nicht durch den Raum durch. Die Gesetze des Raumes haben aufgehört. Man lebt und webt jetzt selbst in dem Gedanken darinnen. Man weiß: das Ich ist nicht erstorben, es webt im Gedankenleben darinnen, aber man kann noch nicht gleich, wenn man in den Gedanken lebt, Herr sein der Gedanken; die Gedanken machen sich selbst. Man wird gezogen. Man schwimmt nicht selbst in den Gedankenströmen, sondern die Gedanken nehmen einen gleichsam auf den Rücken und tragen einen. Der Zustand muß auch aufhören. Und er hört auf, wenn man durch das Tor der Elemente geht. Dann bekommt man das Ganze in seine Willkür hinein, dann kann man aus Absicht einen bestimmten Gedankenweg machen. Man lebt dann mit seinem Willen drinnen in dem ganzen Gedankenleben. Das ist wiederum ein ungeheuer bedeutungsvoller Moment. Und: deshalb habe ich sogar exoterisch in öffentlichen Vorträgen darauf hingewiesen: das zweite erreicht man dadurch, daf man sich mit seinem Schicksal identifiziert. Dadurch erlangt man die Gewalt, in dem Gedankenweben mit Willen darinnen zu sein.
Cite:
GA 157/1915-03-02_02/p020 · edition original