{"corpus":"steiner","locus":"GA 157/1915-03-02_02/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das dritte Tor, das zu durchwandern ist, ist das Tor der Sonne. Und da müssen wir, wenn wir an dieses Tor kommen, wiederum eine Erfahrung machen. Während wir am Tor des Todes einen geflügelten Engelskopf, am Tor der Elemente einen Löwen wahrzunehmen, zu schauen haben, müssen wir am Tor der Sonne einen Drachen, einen wilden Drachen wahrnehmen. Und dieser wilde Drache, den müssen wir richtig anschauen. Aber Luzifer und Ahriman zusammen bemühen sich nun, den unsichtbar zu machen, ihn uns nicht zum geistigen Gesicht zu bringen. Wenn wir ihn wahrnehmen, dann nehmen wir aber wahr, daß dieser wilde Drache im Grunde genommen das allermeiste mit uns selbst zu tun hat, denn er ist gewoben aus unseren Trieben und Empfindungen, die sich im Grunde auf das, was wir im gewöhnlichen Leben unsere niederste Natur nennen, beziehen. Dieser Drache enthält alle die Kräfte, die wir zum Beispiel brauchen — verzeihen Sie das Prosaische des Ausspruches - zum Verdauen und noch zu manchem anderen. Das, was in uns steckt und die Kräfte abgibt, daß wir verdauen, und manches andere, was im engsten Sinne an unsere allerniederste Persönlichkeit gebunden ist, das erscheint uns in Form des Drachen. Wir müssen ihn anschauen, wenn er sich aus uns herauswindet. Schön ist er nicht, der Drache, und daher haben Luzifer und Ahriman es leicht, unser unterbewußtes Seelenleben so zu beeinflussen, daß wir unbewußt nichts wissen wollen vom Sehen dieses Drachen. Es sind ja in ihn auch hineingewoben alle Albernheiten, alle unsere Eitelkeiten, unsere Stolzheit und unsere Selbstsucht, aber auch die niedersten Triebe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-03-02","location":null,"word_count":255,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157/1915-03-02_02/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157/1915-03-02_02/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/157/1915-03-02_02/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_translation","base_unit":"GA 157/1915-03-02","note":"A second English translation of the same lecture as 1915-03-02.","same_lecture_as":"GA 157/1915-03-02"}}