Achter Vortrag
Eine besondere Schwierigkeit am Tor des Todes macht das, daß wir wirklich die Empfindung haben - und die müssen wir auch überwinden -, du verlierst dich selbst eigentlich da! Aber wenn man wirklich sich angestrengt hat und sich mit dem Gedanklichen identifiziert, kann man sogleich auch das Bewußtsein haben: Du verlierst dich, aber du findest dich wieder. Das ist eine Erfahrung, die man macht. Man verliert sich, wenn man eintritt in die geistige Welt, aber man weiß, daß man sich auch wiederfindet. Den Übergang hat man zu machen: an den Abgrund zu kommen, im Abgrund sich zu verlieren, aber mit dem Vertrauen, daß man sich drüben wiederfindet. Das ist eine Erfahrung, die man durchmachen muß. Alles, was ich geschildert habe, sind eben durchaus innere Erlebnisse, die man durchzumachen hat. Und daß man erfährt, was da eigentlich mit der Seele geschieht, das ist wichtig. Es ist das gerade, wie wenn man etwas sehen soll; wird man hingewiesen von einem Freund, dann ist das besser, als wenn man es sich selbst ausdenkt. Aber erreichen kann man alles das, was geschildert worden ist, indem man sich wirklich hingebungsvoll immer wiederum der inneren Arbeit und inneren Überwindung durch Meditation hingibt, wie Sie es geschildert finden in den Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil der «Geheimwissenschaft».
Cite:
GA 157/1915-03-02_02/p028 · edition original