Achter Vortrag

GA 157/1915-03-02_02/p029 ·1915-03-02 · original (original)
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Dies ist von ganz besonderer Wichtigkeit, daß man diese andersartigen Erfahrungen machen lernt jenseits der Schwelle der geistigen Welt. Wenn man, wie es ja naturgemäß ist beim Menschen, bloß den Drang hat, in der geistigen Welt eine Fortsetzung, eine Verdoppelung nur der physischen Welt zu finden, wenn man meint, in der geistigen Welt müsse alles ebenso aussehen wie hier in der physischen Welt, dann kann man nicht hineinkommen. Man muß wirklich das durchmachen, was man wie eine Umkehrung empfindet von alledem, was man hier in der physischen Welt erfahren hat. Hier in der physischen Welt ist man gewöhnt, zum Beispiel die Augen aufzumachen und Licht zu sehen, durch das Licht beeindruckt zu werden. Wenn man das erwartet in der geistigen Welt, daß? man ebenso ein geistiges Auge aufmachen kann, um durch das Licht beeindruckt zu werden, dann kann man nicht hineinkommen, denn man erwartet etwas Falsches. Das webt etwas wie einen Nebel, der sich vor die geistigen Sinne legt, der einem die geistige Welt verdeckt, so wie ein Nebelmeer einem ein Gebirge verdeckt. In der geistigen Welt kann man zum Beispiel nicht von Licht beschienene Gegenstände sehen, sondern da muß man sich klar sein darüber, daß? man mit dem Lichte selbst strahlt in der geistigen Welt. Wenn in der physischen Welt der Lichtstrahl auf einen Gegenstand fällt, sieht man ihn; in der geistigen Welt aber ist man in dem Lichtstrahl selber darinnen und berührt damit den Gegenstand. So daß man sich selbst schwimmend mit dem Lichtstrahl in der geistigen Welt weiß; man weiß, daß man im strahlenden Licht drinnen ist. Das ist dasjenige, was einem einen Fingerzeig geben kann, wie man sich Begriffe aneignen kann, die geeignet sind, einem in der geistigen Welt vorwärtszuhelfen. Es ist zum Beispiel ungeheuer nützlich, sich einmal vorzustellen: Wie wäre es, wenn du jetzt in der Sonne wärest? Dadurch, daf du nicht in der Sonne bist, siehst du die Gegenstände, wenn die Sonnenstrahlen die Gegenstände beleuchten, durch die zurückgeworfenen Strahlen. Man muß sich vorstellen, man ist in den Sonnenstrahlen drinnen und berührt damit die Gegenstände. Diese Berührung ist ein Erlebnis in der geistigen Welt; darin besteht gerade das Erleben in der geistigen Welt, daß man sich darinnen lebendig weiß. Man weiß sich lebendig im Weben der Gedanken. Gerade wenn dieser Zustand anfängt, daß man sich bewußt im Weben der Gedanken darinnen weiß, dann geht das unmittelbar über in ein Sich-Wissen im hellstrahlenden Licht. Denn der Gedanke ist aus dem Licht. Der Gedanke webt im Licht. Aber das erfährt man erst dann, daß man eigentlich wie untertaucht in das Licht, wenn man in diesem Gedankenweben darinnen ist.

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Cite: GA 157/1915-03-02_02/p029 · edition original