Elfter Vortrag

GA 157/1915-04-20/p014 ·1915-04-20 · original (original)
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Ich wollte eine Andeutung geben von dem, wie es wirklich aussieht, wenn man in die Bilderwelt des Geistig-Realen hineinkommt; denn das, als was wir uns im alltäglichen, physischen Bewußtsein erscheinen, ist nur ein Scheinbild, ist nur ein innerer Kern. Aber ich werde gleich schon sagen müssen, daß dies falsch ist, weil Worte ja nicht leicht zu prägen sind für diese bedeutsamen Tatsachen, und das, als was wir uns erscheinen, ist immer an uns, wenn wir mit unserem Seelischen außerhalb unseres Leibes sind. Deswegen ist es nicht richtig, zu sprechen: es ist ein Kern, weil eine Frucht die Schale außen, und das, was wertvoll ist, darinnen hat. Aber wie es so vielfach beim Geistigen umgekehrt ist, so ist beim Menschen das Wertvolle draußen, und was Schale ist, das ist innen: das Innere ist das Schalenhafte, und das Geistige ist das, was man räumlich als das Schalenhafte bezeichnen kann. Man erfährt, wenn man den Weg in die geistige Welt hinein geht, daß der Mensch nicht ein einfaches Wesen, sondern ein kompliziertes Wesen ist. Das haben wir uns schon hinlänglich angeeignet, daß der Mensch mit dem, was er in sich trägt, teilnimmt an allen Welten, die dem Menschen zugänglich sind. Mit unserem physischen Leib gehören wir der physischen Welt an; mit dem Seelischen gehören wir der seelischen Welt an; mit unserem Geiste der geistigen Welt. Wir reichen in die drei Welten hinein. Wir wissen, daß, wenn der Mensch den Weg in die geistige Welt hinein macht, er sich in der Tat wie in einer Art Vervielfachung erlebt. Das ist das Beängstigende, daß die bequeme Einheit sich verteilt, daß man tatsächlich eine Empfindung dafür empfängt, man gehöre mehreren Welten an. Nun kann man die verschiedensten Gesichtspunkte geltend machen. Ich will heute einen besonderen Gesichtspunkt geltend machen, indem ich Sie noch hinweise auf das, was meinen letzten Vorträgen wiederholt zugrunde gelegt worden ist.

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