Zweiter Vortrag

GA 157a/1915-11-18/p016 ·1915-11-18 · original (original)
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Nun folgt das ganz andere Leben, das ein Drittel an Zeit einnimmt von dem Leben zwischen Geburt und Tod, das man so oft das Kamaloka-Leben nennt. Da ist es so, daß eine Erweiterung unserer Anschauung eintritt. Während in den ersten Tagen unsere Anschauung eigentlich nur auf uns selbst, auf das verflossene Leben, nicht auf die Persönlichkeit hin gerichtet ist, ist das in der nächsten Zeit nun ganz anders. Gewiß, die Kraft, sich nun als Ich zu wissen, die bleibt. Aber nun tritt — Sie können das, was ich jetzt zusammenfasse, sich selbst zusammensuchen aus einzelnen Büchern und Zyklen — etwas ganz Eigenartiges ein: Das, woran der Mensch eben erst sich gewöhnen muß, weil die ganze Anschauungsweise der Welt eine ganz andere ist als die hier auf dem physischen Plan. Es besteht ein großer Teil dessen, was der Mensch nach dem Tode durchzumachen hat, in dem Sichhineingewöhnen in eine andere Anschauungsweise. Hier erblicken wir um uns herum die Natur. Das, was wir hier in der physischen Welt als Natur anblicken, das ist ja ganz und gar nicht vorhanden in der Welt, die unsere Welt ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dafür, wie wir hier die Natur sehen, haben wir eben unsere physischen Augen, Ohren, unseren ganzen physischen Wahrnehmungsapparat. Und mit anderen Wahrnehmungsorganen kann diese Natur, so wie sie ist in ihrer Farbenfülle und sonstigen Eigenschaften, nicht wahrgenommen werden. Deshalb werden wir mit einem physischen Leibe ausgestattet, damit wir die Natur wahrnehmen können. Nach dem Tode ist an Stelle dessen, was hier als Natur um uns ist, die geistige Welt um uns, die wir beschreiben als die Welt der Hierarchien, eine Welt von lauter Wesenheiten, cine Welt von lauter Seelen. Nicht Materie oder Substanz oder Gegenstände, die Farbe haben, sondern lauter Wesen. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Daher ist selbstverständlich die Überraschung am größten für diejenigen Seelen, die hier im physischen Leben den Geist ableugnen. Denn diejenigen, die den Geist ableugnen und gar nichts davon glauben, die werden in eine Welt versetzt, die sie eben abgeleugnet haben, die ihnen gänzlich unbekannt ist. Sie müssen zwangsweise in einer Welt leben, von der sie eigentlich gewolit haben, daß sie nicht da sei.

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