{"corpus":"steiner","locus":"GA 157a/1915-11-18/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie sich das durchdenken, so werden Sie sehen, daß man sich selber das Karma macht, das heißt, daß man in sich diesen Wunsch hat, so zu werden, daß das ausgelöscht werden kann, was man für auslöschenswert hält. Es wird also das Karma vorbereitet gerade in dieser Zeit. Wir einverleiben unserer Seele die Kraft, die wir aufnehmen müssen zwischen Tod und neuer Geburt, um in der nächsten Inkarnation die Konfiguration unseres Lebens herbeizuführen, die wir als die richtige ansehen können. Ich möchte sagen, das ist die Technik des Karma-Schaffens. Man muß sich, um diese Dinge recht zu verstehen - nicht theoretisch, sondern so, daß sie tief in unsere Gefühls- und Willenskraft hineingehen -, klar sein, daß die ganze Gefühlsrichtung des Toten eine ganz andere wird, als die des Lebenden ist. Der Lebende wird unendlich leicht sagen können: Ich bedaure diesen oder jenen Toten, daß er durchmachen muß das oder jenes, wofür er vielleicht nichts kann! Sie können annehmen, irgend jemand hat einem anderen schwere Verletzungen zugefügt, kann aber nichts dafür. Nun bedauern Sie vielleicht den Toten. Das ist unangemessen; denn der Tote will nichts sehnlicher, als dafß3 die Kraft sich in ihm entwickele, wodurch er das ausgleichen kann. Das ist gerade das, was er als sein Gutes ansieht. Sie würden ihm anwünschen, daß er dasjenige nicht erreicht, was er sehnlichst erreichen will. Dazu muß er aber das alles durchmachen. Denn das Positive entwickelt sich am Negativen. An dem Einsehen dessen, was man angerichtet hat, entwickelt man die Kräfte, es auszugleichen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-11-18","location":null,"word_count":250,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-11-18/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-11-18/p020"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 261/1915-11-18","ga":"261","lecture":"1915-11-18","kind":"excerpt","relation":"an excerpt or summary of the same lecture, or the lecture this unit excerpts"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}