Zweiter Vortrag

GA 157a/1915-11-18/p026 ·1915-11-18 · original (original)
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Wird zum Beispiel ein Mensch - ich habe diesen Fall schon früher erwähnt - in sehr früher Jugend durch die Pforte des Todes geführt, sagen wir im elften, zwölften, dreizehnten Lebensjahr, so hat er eine kurze Kamaloka-Zeit, aber er steht noch sehr nahe der Welt, die er verlassen hat bei der physischen Geburt. Da stellt sich alles anders heraus. Wenn man eben dies in seinem Karma hat, dann folgt auf ein solches Leben, das mit dem zwölften Jahre schon geschlossen hat, auch schon eine Rückschau in den ersten Tagen nach dem Tode, aber man hat sie in einer solchen Weise, daß sie mehr von außen an einen herantritt, während man, wenn man im fünfzigsten, sechzigsten, siebzigsten Jahr stirbt, selber viel mehr dazu tun muß, um die Rückschau zu bekommen. Man bekommt sie durch eigene Aktivität. Und dadurch, daß man dieses Leben nach dem Tode in verschiedener Weise zu durchleben hat, dadurch werden die Menschen in verschiedener Weise für ein nächstes Leben vorbereitet. Es kann sein, daß man in einem Leben besonders aktiv ist. Würde man als eine besonders aktive Natur früh hinweggerafft aus dem Leben, so würde das eintreten, daß man im nächsten Leben durch sein Karma bestimmt wäre, hineingestellt zu werden mit einer ganz bestimmten Lebensaufgabe, die man dann auch unbedingt durchführt. Man ist wie prädestiniert. Ist man aber in einem Leben ganz besonders aktiv und lebt man bis in ein späteres Alter hinein, dann verinnerlichen sich diese Kräfte. Dann hat man im nächsten Leben eine kompliziertere Aufgabe. Die äußere Aktivität tritt dann zurück, und es tritt gerade die Notwendigkeit an die Seele, innere Aktivität zu entwickeln.

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Cite: GA 157a/1915-11-18/p026 · edition original