{"corpus":"steiner","locus":"GA 157a/1915-11-20/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In der Entwickelung der geistigen Welt ist das Umgekehrte der Fall. Dasjenige, was seiend ist, was einen Eindruck macht wie physische Gegenstände, das ist für den Menschen im Geistigen etwas Feindliches, etwas Störendes, etwas, wovon er weiß, daß es zum Nichtigen gehört, daß es verurteilt ist, in das Nichtige zu verschwinden. Und kommt man so ohne weiteres in ein geistiges Gebiet, wo nicht sehr weit entwickelte Seelen sind, Seelen, die also, ich möchte sagen, für den Geist noch ebenso naiv sind, wie viele Seelen für die Erde naiv sind, so findet man für die verstorbenen Seelen dort das entgegengesetzte Urteil. Etwas, worauf sie Wert legen, das darf nicht «sein», wie man hier auf der Erde von «sein» spricht. Dasjenige, was hier Sein ist, das ist nicht wertvoll für diese Seelen. Im geistigen Leben ist es ja so, daß man lauter geistigen Wesen gegenübersteht. Die wirken auf einen. Die muß man erst zur Anschauung bringen. Es ist da so: Man steht in der geistigen Welt; hinter einem stehen Seelen der geistigen Hierarchien, Angeloi, Archangeloi und so weiter. Man weiß, sie sind da. Aber wenn sie für einen da sein sollen, so muß man sie erst auferwecken zu dem, was man hier das Sein nennt. Das, was in der geistigen Welt auf einen wirkt, das muß man zur Imaginierung bringen. Was nichterwecktes Sein ist, wozu man nichts tut, was so knüppeldick einfach vorhanden ist, das ist dort nicht wertvolles Sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-11-20","location":null,"word_count":238,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-11-20/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-11-20/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/157a/1915-11-20/p018"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}