{"corpus":"steiner","locus":"GA 157a/1915-12-19/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und so muß man sagen: Die Wissenschaft mit allen ihren großen Fortschritten, auf welche die Menschen heute mit Recht so stolz sind, ist durch sich selber nicht in der Lage, zu einer den Menschen befriedigenden Anschauung zu führen. Sie kann, indem sie ihre Wege geht, in derselben Weise zur Sinnlosigkeit wie zum Erdensinn führen, ganz so wie auf einem andern Gebiet. Nehmen wir diese in den letzten Jahrhunderten, insbesondere im 19. Jahrhundert und bis heute so stolz entwickelte äußere Wissenschaft mit all ihren wunderbaren Gesetzen, nehmen wir all dasjenige, was uns heute umgibt: Es ist von dieser Wissenschaft hervorgebracht. Wir brennen nicht mehr in derselben Weise wie Goethe noch sein Nachtlicht, wir brennen Licht und erleuchten unsere Räume in ganz anderer Weise. Und nehmen wir das alles, was heute aus unserer Wissenschaft in unseren Seelen lebt: durch die großen Fortschritte der Wissenschaft, auf welche die Menschheit mit Recht stolz ist, ist es entstanden. Aber diese selbe Wissenschaft, wie waltet sie? Sie waltet segensreich, wenn der Mensch Segensreiches entwickelt. Aber heute erzeugt sie, gerade weil sie eine so vollkommene Wissenschaft ist, die unbezwinglichen Mordinstrumente. Ihr Fortschritt dient der Zerstörung ebenso wie dem Aufbau. Geradeso wie auf der einen Seite die Wissenschaft, zu der sich Haeckel bekennt, zu Sinn und Unsinn führen kann, so kann die Wissenschaft, die so Großes erreicht, dienen dem Aufbau, dienen der Zerstörung. Und wenn es nur auf diese Wissenschaft ankäme, sie würde aus denselben Quellen heraus, aus denen sie aufbaut, immer Furchtbareres und Furchtbareres an Zerstörungswerken hervorbringen. Sie hat in sich nicht unmittelbar einen Impuls, der die Menschheit vorwärtsbringt. OÖ wenn man das nur einmal einsehen könnte, man würde diese Wissenschaft in der richtigen Weise erst dann abschätzen können. Man würde erst dann wissen, dafß3 in der Menschheitsentwickelung noch etwas anderes sein muß als das, was der Mensch durch diese Wissenschaft erreichen konnte!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Weihnachtsgedanke und das Geheimnis des Ich","site_heading":null,"date":"1915-12-19","location":null,"word_count":306,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-12-19/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/157a/1915-12-19/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/157a/1915-12-19/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 157a/1915-12-19_02","ga":"157a","lecture":"1915-12-19_02","kind":"renderings","relation":"another translation or transcription of the same lecture"},{"locus":"GA 157a/1915-12-19_03","ga":"157a","lecture":"1915-12-19_03","kind":"renderings","relation":"another translation or transcription of the same lecture"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."},"authorship":{"kind":"dialogue","is_steiner":false,"speaker":"Und so muß man sagen","note":"A labelled turn in a transcript, spoken by Und so muß man sagen — NOT Rudolf Steiner. Verbatim, but do not attribute it to him."},"attribution_warning":"A labelled turn in a transcript, spoken by Und so muß man sagen — NOT Rudolf Steiner. Verbatim, but do not attribute it to him."}