Der Weihnachtsgedanke und das Geheimnis des Ich
> Was meinem Auge diese Kraft gegeben, > Daß alle Mißgestalt ihm ist zerronnen, > Daß ihm die Nächte werden heitre Sonnen, > Unordnung Ordnung und Verwesung Leben? > Was durch der Zeit, des Raums verworrnes Weben, > Mich sicher leitet hin zum ewgen Bronnen > Des Schönen, Wahren, Guten und der Wonnen, > Und drin vernichtend eintaucht all mein Streben? > Das ist’s: seit in Urania’s Aug’, die tiefe, > Sich selber klare, blaue, stille, reine > Lichtflamm’, ich selber still hineingesehen; > Seitdem ruht dieses Aug’ mir in der Tiefe > Und ist in meinem Sein, — das ewig Eine, > Lebt mir im Leben, sieht in meinem Sehen.
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GA 157a/1915-12-19/p040 · edition original