Der Weihnachtsgedanke und das Geheimnis des Ich
> Nichts ist, denn Gott, und Gott ist nichts, denn Leben, > Du weißest, ich mit dir weiß im Verein; > Doch wie vermöchte Wissen dazusein, > Wenn es nicht Wissen wär’ von Gottes Leben! > «Wie gern’, ach! wollt’ ich diesem hin mich geben, > Allein wo find ich’s? Fließt es irgend ein > Ins Wissen, so verwandelt’s sich in Schein, > Mit ihm vermischt, von seiner Hüll’ umgeben.» > Gar klar die Hülle sich vor dir erhebet, > Dein Ich ist sie, es sterbe, was vernichtbar, > Und fortan lebt nur Gott in deinem Streben. > Durchschaue, was dies Streben überlebet, > So wird die Hülle dir als Hülle sichtbar, > Und unverschleiert siehst du göttlich Leben.
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GA 157a/1915-12-19/p042 · edition original