Erster Vortrag
Nun kann diese Einheit mit der Dreiheit nicht ohne weiteres sich verbinden, das ginge nicht, und deshalb ist es auch so, daß diese Dreiheit bei den gegenwärtigen Menschen unter der Schwelle des Bewußtseins bleibt. Es wird diese Dreiheit gleichsam übertäubt; es muß das Bewußtsein davon ausgelöscht werden. Wenn die Seele wirklich herunterkommen könnte zu der Dreiheit, würde sie sich sogleich als Dreiheit, nicht als eins, fühlen. Sie würde sagen: Da ist etwas in mir, das inspiriert mich, etwas, das baut mich auf, das schmiedet mich zusammen, und etwas, das steht mit der Außenwelt im Zusammenhang. Aber diese Dreiheit muß gleichsam durch etwas ausgelöscht, überschattet werden, was seelisch den Menschen dahin bringt, daß er sagt: Ich unterscheide nicht die Drei. — Es muß also etwas hereinstrahlen in die Drei, das macht, daß die Seele die Drei nicht in sich empfindet, diese Drei auslöscht, gleichsam wie Nebelgebilde zueinander sein läßt.
Cite:
GA 158/1914-11-09/p012 · edition original