Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen. Vierter Vortrag
Sie wissen, die nächste Welt, welche an die unsrige angrenzt, ist die sogenannte imaginative Welt. Diese Welt ist in sich viel beweglicher als unsere physische Welt. Unsere physische Welt stellt sich dar mit scharfen Konturen, scharfen Grenzlinien, stellt eine Welt scharf umrissener Gegenstände dar. Eine gleichsam flüssige, flüchtige Welt ist diejenige, in die wir hineinkommen, wenn wir den Schleier zerreißen, den die physische Welt bildet. Auch wissen wir, daß gegenüber dieser ersten geistigen Welt das Gefühl, die Empfindung beginnt, daß wir außerhalb unseres physischen Leibes sind. Zu diesem unserem physischen Leib bekommen wir in dem Augenblicke, wo wir in die geistige Welt hinaufsteigen, gewissermaßen ein neues Verhältnis, ein Verhältnis, wie wir es innerhalb des physischen Leibes etwa haben zu unseren Augen oder zu unseren Ohren. Der physische Leib wirkt mehr als ein Ganzes wie eine Art Wahrnehmungsorgan, aber wir merken sehr bald, es handelt sich eigentlich nicht richtig um den physischen Leib, wenn uns so dieser physische Leib als eine Art Wahrnehmungsorgan zum Gefühl kommt, sondern es handelt sich da um den ätherischen Leib. Der physische Leib gibt uns gleichsam nur ein Gerüst, das den ätherischen Leib hält. Wir blicken von außerhalb nach unserem ätherischen Leibe hin, verspüren ihn auch noch, verspüren ihn als das Sinnesorgan, das eine Welt wahrnimmt webender, schwebender Bilder und Töne. Wie unser Verhältnis zum Ohr und Auge, so wird unser Verhältnis zu dem vom physischen Leibe gehaltenen Ätherleibe.
Cite:
GA 158/1914-11-20/p004 · edition original