Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen. Vierter Vortrag
Wie Ödipus mit der Sphinx, so hat der Mensch der fünften nachatlantischen Kulturepoche mit Mephistopheles fertigzuwerden. Er steht diesem Mephistopheles wie einem zweiten Wesen gegenüber. Der Grieche stand der Sphinx durch den energisch gewordenen Blut- und Artmungsprozeß gegenüber; ihm stand gegenüber, was mit der energischeren Atmung in seine Natur hineinkam. Der moderne Mensch steht mit allem, was aus seinem Verstande, seiner Nüchternheit drängt, dem gegenüber, was an den Nervenprozeß gebannt ist. Prophetisch konnte dieses Gegenüberstehen des Menschen dem Mephistophelischen, ich möchte sagen, dichterisch vorausgeahnt werden. Aber es wird immer mehr und mehr heraufziehen als ein Grunderlebnis, je weiter wir in der Evolution des fünften nachatlantischen Zeitraumes kommen. Und das, wovon ich erzählt habe, daß es im kindlichen Erlebnisse auftreten wird, wird dieses mephistophelische Erlebnis sein.
Cite:
GA 158/1914-11-20/p023 · edition original