{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-02-19/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich möchte doch nicht versäumen, von diesen schwierig zu schildernden Verhältnissen nach und nach unseren Freunden Vorstellungen zu geben. Auf das, was wir als Erdenmenschen zwischen Geburt und Tod durchlebt haben, sieht die Seele, die in den Tod gegangen ist, zurück — aber nicht so, als ob das, was man da durchgemacht hat, bloß da wäre, sondern es wirkt mit in einer eigentümlichen Weise mancher Lebenszustand des Toten. Der Lebenszustand des Toten ist ja nicht so wie der Lebenszustand des zwischen Geburt und Tod Lebenden. Der Lebenszustand des zwischen Geburt und Tod Lebenden ist so, daß er sich in seine Haut eingeschlossen fühlt und durch seine Sinne hinausschaut in die Welt. Sobald man als 'Toter eintritt in die geistige Welt, ist man in die ganze geistige Welt ausgeflossen. Man fühlt sich wie die ganze geistige Welt erfüllend nach und nach. Und das, was man durchlebt hat während des physischen Erdendaseins, empfindet man wie etwas, was einem bleibt - nicht als physischer Leib natürlich, sondern als das, was die Form, die Kräfte des physischen Leibes ausmacht. Das bleibt einem wohl nach dem Tode, aber man hat es so, wie man jetzt im physischen Leibe das menschliche Auge hat. Wie man das Auge zum Sehen hat, so hat man dann sich selbst, das Erdenleben, das man durchlebt hat, wie ein kosmisches Sinnesorgan, um die Welt damit wahrzunehmen. Was unser Auge jetzt für unseren Leib ist, das ist unser Erdenleben für unser geistiges Leben nach dem Tode.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung","site_heading":null,"date":"1915-02-19","location":null,"word_count":244,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-02-19/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-02-19/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-02-19/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}