Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung

GA 159/1915-02-19/p016 ·1915-02-19 · original (original)
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Auch das möchte ich Ihnen durch ein Beispiel erläutern. Eines unserer Mitglieder ist vor kurzem gestorben. Noch vor der Feuerbestattung war es, daß gewissermaßen die Notwendigkeit gefühlt wurde, zu vernehmen, was diese Persönlichkeit nach dem Tode zu sagen habe. Zu sagen habe dadurch, daß sie gewissermaßen mit ihrem Ätherleib noch zusammensteckte und sich durch ihren Ätherleib gewissermaßen auf irdische Art ausdrücken konnte, dennoch aber alles zusammenfaßte, was durch ein intensives Miterleben der anthroposophischen Weltanschauung in ihre Seele verwebt worden war. Also wir haben es mit einer Persönlichkeit zu tun, die zu ziemlich hohen Jahren gekommen war, die in der letzten Zeit ihres Lebens wirklich intensiv und mit allen Kräften ihres Herzens sich eingelebt hat in unsere geisteswissenschaftliche Weltanschauung. Dann ging sie durch die Pforte des Todes. Nun hatte sie also noch ihren Ätherleib. Es war noch vor der Feuerbestattung, und der Ätherleib war noch da als ein Mittel, sich auszudrücken. Das gab die Möglichkeit, sich noch durch irdische Worte auszudrücken, weil der Ätherleib diese nacherleben konnte. Und die Befreiung vom Leibe, vom Erdendasein, gab zugleich die Möglichkeit, das ganze Wesen zusammenzufassen, das sich durch das Herz eingegraben hatte in die Seele. Und indem sich mir zeigte, wie diese Persönlichkeit, die also durch die Pforte des Todes gegangen ist, ihr Wesen aussprechen wollte — etwa am zweiten Tage, nachdem der Tod eingetreten war -, bildeten sich die Worte, die ich Ihnen mitteilen kann, Worte, die also anzusehen sind als Worte, von der Toten erlebt. So daß man sich vorzustellen hat, daß hier, am zweiten Tage nach dem Tode, dieses Wesen der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen war, erfüllt war von der Kraft dieser Worte, sich in der Kraft dieser Worte aussprach. Und wenn man sich in diese Seele versetzte, so sprach durch einen in diesen Worten sich dieses Wesen der Seele, dieses Wesen der Toten aus. Deshalb konnte ich nichts besseres tun, als dann bei der Bestattung gerade diese Worte an die Tote zu richten, denn es waren die Worte, die sie gleichsam selbst zu den Freunden sprach, die um die irdischen Reste umherstanden. Ich kann Ihnen die Versicherung geben: Ich habe nichts, nichts zu diesen Worten hinzugetan, sondern ich habe versucht, sie aufzufassen aus dem Wesen der Toten. Gewiß, später tritt dann das ein, was ich die Betäubung des Bewußtseins genannt habe, was man eine Art Schlafzustand nennen könnte. Nun würde die Tote nicht dieses ihr Wesen ebenso zum Ausdruck haben bringen können, weil ihr jetzt das Mittel des Ätherleibes fehlt. Sie wird es nach einiger Zeit wiederum können, aber unmittelbar nach dem Tode wäre das unmöglich. Die Worte heißen:

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Cite: GA 159/1915-02-19/p016 · edition original