Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung

GA 159/1915-02-19/p022 ·1915-02-19 · original (original)
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Aber wichtig wird die Sache, wenn menschliche Schicksalsfragen in Betracht kommen. Wir haben in Dornach im Herbst einen solchen Schicksalsschlag erlebt, der im bedeutungsvollsten Sinne lehrreich ist. Der kleine, siebenjährige Sohn unseres Mitgliedes, Theo Faiß, der ein außerordentlich liebes, aufgewecktes Kind war, wurde eines Abends vermißt. Es war gerade an einem Vortragsabend. Die Mutter suchte das Kind, es war nicht zu finden. Und als der Vortrag vorbei war, da hörte man eigentlich erst, daß die Mutter den Knaben vermisse, und man konnte sich nichts anderes denken, als daß der Tod des Knaben in Zusammenhang stände mit dem Umfallen eines Möbelwagens. Ein Mitglied unserer Gesellschaft hatte ihre Möbel in einem Möbelwagen schicken lassen, und dieser Möbelwagen war an dem Abend an der Stelle, wo er stand, umgefallen. Es war zehn ein Viertel Uhr des Abends und wir wendeten alles mögliche an, um den Wagen zu heben. Das mobilisierte Militär kam uns entgegen, um uns zu helfen, diesen Möbelwagen aufzuheben. Der Möbelwagen wurde gehoben, und man fand den Knaben erdrückt unter dem Wagen. Nun bedenken Sie, in dieser Gegend ist überhaupt vorher niemals ein Möbelwagen gefahren; nachher auch nicht. Der Knabe ist, man konnte das später konstatieren durch alles Mögliche, was man so Zwischenfälle und Zufälle nennt, gerade in der Zeit — es hat sich ja nur um Minuten, ja um einen Augenblick gehandelt - dort an der Stelle gewesen, wo der Möbelwagen umfiel. Merkwürdig war es allerdings, daß zunächst diejenigen, die an der Stelle waren, wo der Wagen umgefallen ist, nur daran gedacht haben, die Pferde in Sicherheit zu bringen. Man hatte keine Ahnung, daß der Möbelwagen auf den kleinen Knaben gefallen war.

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Cite: GA 159/1915-02-19/p022 · edition original