Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung

GA 159/1915-02-19/p024 ·1915-02-19 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Durch solche Verhältnisse und ihre Anschauung kann man sich allmählich hinaufranken zu der wirklichen Auffassung des Lebens, die uns dazu bringt, das, was der äußere Sinnenschein darbietet, gerade umzukehren. Wir müssen das vielfach umkehren. Aber so ganz bedeutsam wird die Sache dann, wenn nachher erlebt wird, was aus einer solchen Tatsache wird. Die Seele eines Menschenwesens geht durch die Pforte des Todes. Diese Seele war sieben Jahre in einem physischen Leibe verkörpert. Warum hätte denn der kleine Theo nicht auch siebzig, achtzig, neunzig Jahre werden können, äußerlich angesehen, wenn das Karma es nicht unmöglich gemacht hätte? Ein Ätherleib ist da, der das Leben noch Jahrzehnte hindurch hätte versorgen können; ein Ätherleib, der wirklich angefüllt war von Kräften des Ewigen, Guten. Es war ein ausgezeichneter Knabe. Von der eigentlichen Individualität, dem Ich und Astralleib, wissen Sie ja, daß sie dann ihren Weg weitergehen. Aber der Ätherleib löst sich los, dieser Ätherleib, in den hineinverwoben sind alle die zarten, schönen Kräfte, die sich im Kindheitsalter entwickelt haben, in dem aber auch leben alle die Kräfte, die aus den früheren Inkarnationen kommen. Nun bedenken Sie, was man mit einem solchen Ätherleib vor sich hat. Die Individualität kommt aus den früheren Inkarnationen. Sie verleibt sich neu ein in dieser Inkarnation; sie bringt mit, was aus früheren Inkarnationen kommt. Das Leben in dieser Inkarnation ist gewissermaßen die Frucht, das Ausleben dessen, was Ursache in einem Leben war in früheren Inkarnationen. Durch das ganze Leben hindurch hätten sich diese Früchte ausleben können. Dann wäre in diesen Ätherleib alles dasjenige hineingegangen, was aus den Früchten der früheren Inkarnationen kommt. Das ist nicht geschehen. Dafür steckt in diesem Ätherleib alles das darin, was noch Ursachen in den früheren Inkarnationen hat. Und das Merkwürdigste ist nun: Derjenige, der versucht, die Aura unseres Dornacher Baus zu durchforschen, der findet diesen Ätherleib des kleinen Theo in der Aura des Dornacher Baus. Da ist er, da umschwebt er, umlebt er den Dornacher Bau. Derjenige, der zu tun hat mit dem Dornacher Bau oder noch zu tun haben wird nach jenem Spätherbstnachmittag, an dem der kleine Theo durch die Pforte des Todes gegangen ist, der weiß, was verändert worden ist an der geistigen Aura des Dornacher Baues dadurch, daß dieser Aura einverleibt worden ist jener Ätherleib, der die Kräfte enthält, die sonst noch jahrzehntelang für die Versorgung eines physischen Menschenleibes verwendet worden wären, und dieser Ätherleib ist eben ausgegossen in diese Aura des Baues.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/159/1915-02-19/p024.json
Cite: GA 159/1915-02-19/p024 · edition original