Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung
Aus solcher Gesinnung heraus möchte ich noch einen der uns gerade in der letzten Zeit öfter betroffenen Tode unserer Freunde erwähnen. Der uns allen so unendlich liebe Freund Fritz Mitscher ist vor kurzem durch die Pforte des Todes gegangen. Und da war es so, daß sich mir die Notwendigkeit ergab, zusammenzufassen in Worte, was die eigene Seele fühlte, indem sie sich hinneigte zu der Seele, die eben durch die Pforte des Todes gegangen war. Merken Sie den Unterschied zwischen den vorhergehenden Worten, die ich Ihnen vorgelesen habe, und den Worten, die ich jetzt Ihnen vorlesen will. Die soeben hier vorgelesenen Worte sind aus der Seele der Toten heraus. Die Worte, die ich Ihnen jetzt vorlesen werde, sind angeregt in der eigenen Seele beim Anblick des seelisch mit seinem Ätherleib noch vereinten Toten, Fritz Mitscher. Es ist also der Eindruck, den der Tote machte, der jetzt in diesen Worten wiedergegeben ist. Sie wissen vielleicht, Fritz Mitscher war schon als junger Lehrer an den verschiedensten Orten, besonders in Berlin, tätig für unsere Anthroposophische Gesellschaft. Und viele von uns wissen ja auch, wie gerade er gewillt war in so schöner Weise, alles das, was er an Erdenwissenschaft und Erdengelehrsamkeit sich hat aneignen können, zu verbinden mit dem edelsten, schönsten anthroposophischen Bewußtsein. Das drückt sich auch nach dem Tode aus, wo vereinigt war in seinem gesamten Wesen das, was er war, und was jetzt wiederstrahlt nach dem Tode aus der leibbefreiten Seele, die noch ihren Ätherleib hatte. Und es scheint mir, daß das so ausgedrückt werden mußte, was Fritz Mitscher nach dem Tode war, mit den Worten, die ich ihm nachsenden mußte bei der Feuerbestattung.
Cite:
GA 159/1915-02-19/p026 · edition original