Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung

GA 159/1915-02-19/p035 ·1915-02-19 · original (original)
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Ich habe wohl auch schon hier das Beispiel von der Schlacht angeführt, die Konstantin gegen Maxentius geführt hat, durch die das Schicksal des damaligen Europa entschieden worden ist. Damit ist das Christentum eigentlich erst anerkannt und dann zur herrschenden Macht in Europa geworden. Diese Schlacht ist nicht gewonnen worden durch Feldherrenkunst noch durch die Heere des Konstantin. Maxentius hatte Rom zu verteidigen. Durch das Nachschlagen der sibyllinischen Bücher und durch einen Traum, den er gehabt hat, wurde ihm eingegeben, daß sein Heer, das fünfmal stärker war als das des Konstantin, der gegen Rom heranmarschierte, von ihm aus Rom heraus geführt werden solle; dann würde er die Feinde Roms vernichten. Nun führte er wirklich sein Heer aus Rom heraus, strategisch das Allerungeschickteste, was er hat machen können, denn nach der Strategie sprach alles dafür, sein Heer in Rom zu lassen und die feindlichen Heere herankommen zu lassen; aber er führte sein Heer aus Rom heraus. Und auch auf der Seite Konstantins, der seine Heere gegen Rom führte, waren es nicht kriegerisch-wissenschaftliche Gründe, die ihm die Kraft gaben, sondern auch er hatte einen Traum. Der Traum sagte ihm: Wenn du das Monogramm Christi deinen Heeren vorantragen lässest, wirst du Rom besiegen. -— Durch den Sieg Konstantins mit seinem schwächeren Heer wurde damals und für später noch die ganze Landkarte Europas verwandelt. Auch das geistige Leben Europas ist dadurch ein anderes geworden. Dasjenige, was die Menschen dazumal haben begreifen können, hätte nicht ausgereicht, um die Leistungen zu vollbringen. Der Christus-Impuls wirkte in das Unterbewußtsein der Menschen herein, in das, was in den Tiefen der Seelen lebte, wovon die Menschen nur haben träumen können, was ihnen höchstens in Traumbildern aufschoß.

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Cite: GA 159/1915-02-19/p035 · edition original